Nach dem großen Erfolg der Ausstellung „Gezeichnet“ im August des vergangenen Jahres, der vor allem den Künstler BONNEY selbst überraschte, gibt es nun weitere Bilder dieser Reihe zu sehen. „Ich selbst glaube schon seit langem an dieses Projekt“, sagt der Fotograf, „aber die starke Resonanz der Besucher war für mich eine schöne Bestätigung dieses heikle Thema weiter zu verfolgen!“.
Gezeigt werden Geschichten, die das Leben schreibt, und das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen. Narben verschiedenster Art wurden fotografisch dokumentiert und mit der Entstehungsgeschichte in Textform versehen. Der Fokus liegt hierbei allein auf der Narbe, der Träger selbst wurde weitestgehend anonymisiert, um dem Betrachter einen unverstellten Blick zu erlauben. Dieser Blickwinkel ermöglicht es, ihm sich ohne Scheu der natürlichen Neugier hinzugeben. Ein Verhalten, das den meisten Menschen bereits im Kindesalter verboten wird, und das selbst unter Erwachsenen noch als aufdringlich und unsensibel gilt. „Mir selbst fiel mein Verhalten auch erst auf, als sich ein enges Familienmitglied eine auffällige und großflächige Narbe zuzog“, gesteht BONNEY, „Ich kannte ja die Geschichte dazu, eigentlich keine große Sache. Die teils heftigen Reaktionen von Passanten auf der Straße erschreckten mich dann aber doch. Damals begann ich zu verstehen, wie schnell und unbewusst man Andere anhand solcher Makel falsch beurteilt! Bei mir setzte langsam ein Denkprozess ein, der mich letztlich zu diesem Projekt animierte: Mich intensiv mit Menschen und ihren Narben zu beschäftigen, um deren wahre Geschichte zu erzählen!“.
Wer diese Geschichten hören, bzw. lesen möchte hat die Gelegenheit dazu am 4. Mai ab 15 Uhr bei DREI hoch 3 in der Schildstraße 27, 28203 Bremen! Interessierten wird an diesem Tag der Fotograf selbst für ein Gespräch zur Verfügung stehen, die Ausstellung wird dort einen Monat lang zu sehen sein.
DREI hoch 3
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