
Gezeigt werden vom 1. - 31. Dezember Bilder von Hubertus Maaß, die mit dem Computer erzeugt und auf ein Printmedium übertragen wurden. Vorwiegend handelt es sich um großformatige Giclees (digitale Sechsfarbdrucke) auf Fotopapier oder Leinwand.
Die Vernissage findet am Sonntag, den 3. Dezember 2006 um 15 Uhr statt.
Zitat aus Wikipedia
"Die Unschärfe ist eine Form der Ungenauigkeit, Unbestimmtheit bzw. Ungewissheit bei der Abbildung bzw. Wiedergabe eines Objekts oder Sachverhalts."
Ging es in der Ausstellung "Virtueller Surrealismus" noch um konkrete bzw. gegenständliche Bildinhalte, gibt "Unschärfen" den Blick frei auf die abstrakte Arbeit, die sich "Maschinen"-näher mit dem auseinander setzt, was man landläufig von gestalterischen oder grafischen Anforderungen an einen Computer erwarten würde.
Charakteristisch sind vorwiegend formelbasierte, algorithmische Resultate, bei denen der Zufall Funktions- oder Prozessbestandteil ist.
Ergänzend werden jedoch auch 3D Renderings ausgestellt, bei denen "Zufall" oder "Chaos" zur Gestaltung von Formen, Materialien oder Oberflächen eingesetzt wurden.
Auf den Arbeiten der Mathematiker Gaston Julia (1893 - 1978) und Benoit Mandelbrot (geb. 1924 in Warschau) basieren die ersten und ursprünglichen Visualisierungen mathematischer Formeln per Computergrafik, die seit 1980 als "Fraktale" bekannt geworden sind.
Fraktale entstehen im Grenzgebiet zwischen Ordnung und Chaos aus komplexen mathematischen Formeln, deren Ergebnis immer wieder in die ursprüngliche Formel eingesetzt wird, das Ergebnis ist dabei sehr abhängig von den Anfangswerten und kann selbst bei geringen Änderungen der Ausgangswerte stark variieren.
Charakteristisch im Fraktal ist die "Selbstähnlichkeit", d. h. Strukturen tauchen immer wieder auf (wie beim Aufbau einer Muschelschale oder den Verzweigungen eines Baumes).
Daraus entwickelte sich eine Richtung der fraktalen Kunst, die in einem darwinistischen Mikrokosmos "genetische Eigenschaften" der Bildformeln mutiert, vererbt und über Generationen evolutioniert (Genetic-, Evolutionary-, oder Breeding-Art).
In Hubertus Maaß Themen dreht es sich häufig um das Kunstzitat oder das ironische Aufgreifen "klassischer" Sujets (auch der modernen Kunst) und deren Transposition in die gegenwärtige Erlebniswelt und unsere aktuelle Auseinandersetzung damit.
Im Bereich der abstrakten Kunst läuft es für Hubertus Maaß darauf hinaus (oder zumindest treibt es ihn um), dass der "Gott in der Maschine" ihm ermöglicht, sich ein Gestaltungswerkzeug so einzurichten, dass seine abstrakten Laborate wenigstens stilistisch auf die "Großen Figuren" des vergangenen Jahrhunderts abstrakter Kunst und damit verbundenen "...-ismen" weisen: das Vasarely-, das Kandinsky- oder das Mondrian-Werkzeug will von ihm geformt und zum Einsatz gebracht werden.
Was er selbst dazu zu sagen hat, finden Sie hier.
Internetseiten des Künstlers:
Artwork Store
Hubertus Maaß
DREI hoch 3 - Die Agentur und Galerie
für Kreativität und Medien in Bremen - Ostertor
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